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BW-Burundi Nouvelles 11/2016

• AUS DER PARTNERSCHAFTLICHEN ZUSAMMENARBEIT

28. Burundi-Treffen: Dekolonisierung der Partnerschaft - schon erreicht oder noch zu schaffen?!

In verschiedenen Bereichen hört man von Konzepten der Dekolonisierung von Wissen und Beziehungen. Vor allem Südperspektiven im Bereich internationale Partnerschaften einfordern. Im Rahmen des Treffens soll eine gemeinsam kritische Reflektion der Partnerschaft durchführt, um effektivere und nachhaltigere Zusammenarbeit zu gewährleisten. Unter anderen sind Anregungen, Impulse und Ansichten über die vergangene und jetzige Lage der Partnerschaft und wie zukünftig die Beziehungen zwischen Deutschland und Burundi gestalten werden können, hervorzuheben. Wie können asymmetrische Machtverhältnisse, eingefahrene Denkweisen oder auch unbewusste Stereotype dekonstruiert werden? Wie können wir gemeinsam mit den burundischen Partnern aus der gemeinsamen und jeweiligen Vergangenheit lernen? Was bedeutet diese “Augenhöhe” oder „Dekolonisierung der Partnerschaft“ eigentlich? sind die näher zu betrachtenden Fragen.

Impulsgeberin Vera Nkenyi Ayemle

Kooperation auf Augenhöhe?!

Das 28. Burundi-Treffen beginnt mit der Einführung von Frau Vera Nkenyi Ayemle. Sie erklärt was unter der Thematik „Dekolonisierung der Partnerschaft“ oder Kooperation auf „Augenhöhe“ zu verstehen ist. Des Weiteren legt sie dar, wie sich historisch und aktuell betrachtet die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Ländern im globalen Süden und der westlichen Welt gestalten. Außerdem gibt sie Hinweise welche Veränderungen erfolgen sollten, damit Kooperationen auf „Augenhöhe“ geschehen können. Auch wenn bereits viel erzielt sei, so Ayemle, sei der Weg zu einer ausgeglichenen Kooperation noch zu beschreiten und könne nur gemeinsam gestaltet  werden.

Dr. Gérard Birantamije

Ideen für erfolgreiche Kooperationen

Dr. Gerard Birantamije blickt mit seinem Vortrag auf Berührungspunkte zwischen Deutschland und Burundi zurück. Außerdem legt er die diversen Erscheinungsformen der Partnerschaft in Laufe der Jahrzehnte sowie Erfolge und Fehlschlage dar. Er stellt des Weiteren drei Ausprägungen der Kooperation vor, die in der Partnerschaft vorkommen bzw. vorgekommen sind, nämlich bilaterale, multilaterale und dezentralisierte Kooperation. Um dezentrale Partnerschaften, die Dr. Birantamije für am wirksamsten hält, mit Burundi zu realisieren, schlägt er die Umwandlung der Jugend, die Diaspora als Katalysator der Partnerschaft sowie eine unterstützende beidseitige Vereinsstruktur vor. Als Vorrausetzung für eine effektive Zusammenarbeit in der Partnerschaft setzt er ein interkulturelles Management.

Virtuelles Interview mit Ines Gakiza

Interview mit Ines Lydie Gakiza

Die politische Lage im Land ist immer noch ein wichtiges Thema für Burunder, Burundi-Aktive und Engagierte der Partnerschaft. In einem Interview gibt Frau Inès Gakiza, burundische Journalistin beim Radio Publique Africaine (RPA) und diesjährige Preisträgerin des Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit, einen Einblick in die Umstände in Burundi und den Nachbarländern. Sie erzählt wie während der Unruhen der Hauptsitz des Senders RPA zerstört wurde und wie ihre Flucht mit KollegInnen und MitarbeiterInnen von weiteren privaten Sendern nach Ruanda verlief. Außerdem betont sie ihr Engagement für Meinungsfreiheit und politische Stabilität in Burundi. Der Inhalt des Interviews mit Frau Inès Gakiza haben Frau Joyce M. Muvunyi SEZ –Kompetenzzentrum Burundi und Frau Jeanne A. Mayer, Praktikantin am Kompetenzzentrum Burundi vorgetragen. Frau Inès Gakiza konnte aus privaten Gründen leider nicht physisch, sondern nur virtuell am 28. Burundi-Treffen teilnehmen.

Konstruktive Kontroversen

Herr Tshamala Schweizer und Frau Celine Schwinge von  Afrokids e. V. haben von ihren Erfahrungen in Burundi und der Projektpartnerschaft mit dem Cercle de Paix erzählt. Im Ganzen haben sie sehr positive Eindrücke von ihrem Aufenthalt in Burundi mitgenommen und diese auch in ihrem Bericht rübergebracht. Diese Meinung teilen aber nicht alle Zuhörenden, vor allem die Diaspora tat sich schwer, dass von Burundi gezeichnete Bild anzunehmen. Es konnte dennoch eine konstruktive Auseinandersetzung zwischen Burundi-Aktiven, der Diaspora und den Vortragenden stattfinden.

Austausch zwischen Diasporavertretern

Anwesend waren auch der Präsident der burundischen Diaspora Deutschland (BDD) und politische VertreterInnen des Landes Baden-Württemberg. Zwischen den Vorträgen gab es einen Austausch und Diskussion  unter den Teilnehmenden – selbstverständlich mit Kaffee aus Burundi.

Letzte Aktualisierung:  06.12.2016Seite drucken | nach oben

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