SEZ BW Burundi Nouvelles Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg
Nouvelles 4/2012
Partnerschaftliche Zusammenarbeit Baden-Württemberg - Burgundi

Sehr geehrte Damen und how to buy cialis in canada Herren,
liebe Freunde und cialis no prescription online Förderer der SEZ,
liebe Burundi-Engagierte,

das neue Jahr ist bereits einige Tage alt und viagra online pharmacy wir freuen uns, gemeinsam mit Ihnen auch 2012 die Burundi-Aktivitäten im Zuge der Partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und cialis on sale Burundi weiterhin zu intensivieren und konsolidieren.

In der vierten Ausgabe der BW-Burundi Nouvelles erhalten Sie aktuelle Informationen aus der Arbeit des Kompetenzzentrums Burundi bei der SEZ sowie über die Rolle der zivilgesellschaftlichen Gruppen in Burundi und über vielfältiges Engagement aus Baden-Württemberg in den Bereichen Wasser und Sanitärversorgung, Gesundheit sowie Berufsausbildung.  

Gerne möchten wir Sie auch in dieser Ausgabe herzlich einladen, die Website des Kompetenzzentrums Burundi bei der SEZ unter www.bw-burundi.com aktiv für Austausch und Vernetzung zu nutzen und für Ihr Engagement einzusetzen! Rund um das Thema Burundi ist sie ein Ort der Kommunikation über Landesgrenzen hinweg. Sie haben auch die Möglichkeit, das zweisprachige Forum BW-Burundi sowie den landesweiten Veranstaltungskalender interaktiv zu nutzen. Website und Forum dienen als digitale Pinnwand zur Veröffentlichung Ihrer Veranstaltungen, Informationen, Gesuche und Angebote.

Wir wünschen Ihnen eine anregende und informative Lektüre und freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Karl-Hans Schmid

 

31.01.2012  

Rubriken

Baden-Württemberg und Burundi

  Aus der partnerschaftlichen Zusammenarbeit

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Delegationsreise von Bundesminister Dirk Niebel nach Burundi und Togo

 

Dr. Karl-Hans Schmid, Geschäftsführer der SEZ, begleitete den Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel auf seiner Delegationsreise vom 2. bis 7. Dezember 2011 nach Burundi und Togo.


Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel MdB reiste vom 2. bis 7. Dezember 2011 mit einer deutschen Delegation bestehend aus Vertretern der Politik, Medien, Zivilgesellschaft und Wirtschaft nach Burundi und Togo. Dr. Karl-Hans Schmid, Geschäftsführer der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), war Mitglied der Delegationsreise.

In Burundi führte der Bundesminister intensive Gespräche mit dem Staatspräsidenten Pierre Nkurunziza, aber auch mit der außerparlamentarischen Opposition sowie mit Vertretern zivilgesellschaftlicher Gruppen. Im Zuge der Stabilisierung der Sicherheitslage in Burundi, die sich in den vergangenen Monaten verschlechtert hat, forderte er zu einem politischen Dialog auf. 

Im Anschluss besuchte Dirk Niebel mehrere Projekte der deutsch-burundischen Entwicklungszusammenarbeit. Auf dem Reiseprogramm standen durch Mittel des Bundes geförderte Maßnahmen in den Bereichen Wasserver- und -entsorgung, Dezentralisierung, lokale Wirtschaftsförderung und Gesundheitswesen sowie ein SEZ-gefördertes Entwicklungsprojekt: Das vom katholischen Bene-Therese-Orden geführte Krankenhaus in Songa/Gitega.

2009 kam auf Initiative des Horber Arztes Dr. Rainer Schach und der SEZ in Kooperation mit dem Rotary-Club Horb/Oberer Neckar und der Region Horb/Freudenstadt das Krankenhaus-projekt zustande. Nun konnte sich das Hospital über weitere Unterstützung aus Baden-Württemberg freuen: Bundesminister Niebel und Dr. Schmid überbrachten der Leitung des Krankenhauses am 4. Dezember 2011 medizinische Geräte, ein Bronchoskop und ein Video-Laryngoskop. Diese wurden von der Firma Karl-Storz GmbH & Co. KG und der SEZ gespendet.

Als abschließende Botschaft seines Aufenthaltes verkündete der Bundesentwicklungsminister eine Budgetaufstockung für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Burundi auf insgesamt 27,5 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre. Die Bundesrepublik wolle damit ein Zeichen setzen, das ostafrikanische Land auch weiterhin auf dessen Weg von einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg hin zu einer stabilen Demokratie zu unterstützen.

Eines der wichtigsten Ergebnisse des anschließenden Besuchs in Togo ist die Wiederaufnahme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit dem westafrikanischen Land. Deutschland hatte im Jahr 1993 auf Grund anhaltender Menschenrechtsverletzungen unter der damals herrschenden Diktatur die staatliche Zusammenarbeit mit Togo ausgesetzt.

Pressemitteilung des Tages

Burundi-Netzwerk Gesundheit: Spezielles Ärztetreffen

 

Die Partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Burundi setzt einen verstärkten Fokus auf den Gesundheitssektor. Das Netzwerk Gesundheit der SEZ dient hier als Brückenbauer. So fand am 11. Oktober 2011 eine außerordentliche Arbeitssitzung dieses Burundi-Netzwerks speziell für Ärzte statt, um Möglichkeiten und Chancen von Kurzzeiteinsätzen in Burundi zu diskutieren.


Im Fokus des 4. Burundi-Netzwerktreffens Gesundheit am 11. Oktober 2011 stand das Thema Ärzte-Kurzzeiteinsätze. Mediziner aus den Bereichen Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Unfallchirurgie sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde diskutierten über die Möglichkeiten und Chancen von Einsätzen in Burundi und berichteten über die sehr hohe Nachfrage nach Ärzte-Kurzzeiteinsätzen.

Dies bestätigten sowohl der Allgemeinmediziner Dr. Schach, der seit 2010 regelmäßige Kurzzeiteinätze im Krankenhaus Songa/Gitega durchführt, als auch Dr. Evelyn Herz, die im August 2011 mit Unterstützung des Kompetenzzentrums Burundi eine kleine Ärztedelegationsreise nach Burundi unternommen hatte und während der Sitzung ihre Reiseeindrücke und –ergebnisse vorstellte. Um weitere Ärzte aller Fachrichtungen für medizinische Kurzzeiteinsätze zu gewinnen, könnte z. B. in einschlägigen Ärzteblättern dafür geworben werden, so ein Vorschlag aus dem Teilnehmerkreis.

Vorab müssten jedoch Faktoren wie Sicherheit, der zollfreie Materialtransport medizinischer Geräte, aber z. B. auch Lagermöglichkeiten in Baden-Württemberg bis ein Container verschifft werden kann etc., abgeklärt werden. Das Kompetenzzentrum Burundi wird sich bis zum nächsten Treffen im Frühjahr 2012 mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen.

Das Ergebnisprotokoll zum 4. Treffen Burundi-Netzwerk Gesundheit sowie weitere Informationen zum Burundi-Netzwerk Gesundheit erhalten Sie hier.

Rückblick Veranstaltung: Menschenrecht auf Wasser

 

Laut UN sind zur Existenzsicherung mindestens 15 bis 20 Liter Wasser pro Person pro Tag notwendig. Während dies im Vergleich zum westlichen Standard sehr wenig ist, muss vor allem die Bevölkerung in vielen afrikanischen Staaten mit weitaus weniger Wasser am Tag auskommen. Vor ca. 160 Gästen diskutierten bei der Länderübergreifenden Afrika-Veranstaltung der SEZ Prof. Dr. Bernd Ladwig, FU Berlin, Dr. Stefan Cramer, Brot für die Welt, Hannah Neumeyer, Wash United, Dipl.-Ing. Richard Beck, EnBW Regional AG, und Mareike van der Ende, GIZ-Burundi unter der Moderation von Hubert Romer über das im Juli 2010 vom UN-Menschenrechtsrat verbindlich anerkannte Menschenrecht Wasser.


Heute fehlt fast einer Milliarde Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,4 Milliarden leben ohne angemessene sanitäre Basisversorgung. Diese würde jedoch verhindern, dass Krankheitserreger in den Wasserkreislauf gelangen. Vor allem in afrikanischen Ländern ist die Situation prekär. Stark betroffen sind dort besonders die Menschen in rasch wachsenden Stadtrandgebieten und in ländlichen Regionen. Oftmals wird die Entwicklung dieser Gegenden vernachlässigt, ein Verteilungsproblem entsteht. Das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung wurde im Juli 2010 vom UN-Menschenrechtsrat auf Druck vor allem zivilgesellschaftlicher Gruppierungen verbindlich anerkannt.

Bei der Länderübergreifenden Afrika-Veranstaltung der SEZ, die in Kooperation mit Viva con Agua de cialis england Sankt Pauli e. V. und der Volksbank Stuttgart eG am 16. November 2011 stattfand, diskutierten Fachexperten aus Wissenschaft, Wirtschaft und von international tätigen Organisationen über die durch das Menschenrecht Wasser bestehenden Herausforderungen und Ansprüche für Entwicklungs- und Schwellenländer. Auch mögliche Versorgungslösungen, damit sich marginalisierte Haushalte den Zugang zu Wasser leisten können, kamen zur Sprache. Darüber hinaus wurden Beispiele der Umsetzung des Menschenrechts in Afrika und insbesondere in Burundi vorgestellt.

Mareike van der Ende, Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) in Burundi, stellte das von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützte Wasser- und Sanitärprogramm PROSECEAU vor. Dabei wird auch AVEDEC unterstützt, eine burundischen Nicht-Regierungsorganisation im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung auf kommunaler Ebene. Nähere Informationen zum Programm PROSECEAU.

Die Kooperationsveranstaltung zwischen dem jungen dynamischen Verein Viva con Agua de Sankt Pauli e. V. und der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) entstand auf der Grundlage eines Austausches im Dezember 2010. Viva con Agua unterstützt gemeinsam mit der Deutschen Welthungerhilfe e. V. Wasserprojekte an Schulen in Kirundo, im Nordosten Burundis. Gemeinsam planen die SEZ und Viva con Agua im Frühjahr 2012 ein gemeinsames Konzert mit jungen deutschen Künstlern zu Gunsten von Entwicklungsprojekten in Burundi.

Informationen über die Referenten erhalten Sie über den Flyer der Veranstaltung.

Die wichtigsten Ergebnisse der Veranstaltung können Sie hier nachlesen.

18. Burundi-Treffen: Der Zivile Friedensdienst (ZFD) "Burundi - Entwicklungen und Perspektiven"

 

Die Republik Burundi befindet sich aktuell in einer Postkonfliktsituation. Über Jahre entstand ein Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Der Zivile Friedensdienst (ZFD) verfolgt seit langem das Ziel, solche Kreisläufe zu durchbrechen, Gewalt im Vorfeld zu verhindern und Konflikte gewaltfrei zu regeln. Im Rahmen des 18. Burundi-Treffens am 20. Januar 2012 berichtete Christian Kuijstermans, Koordinator des ZFD der AGEH in der Region der großen Seen, von den Entwicklungen und Perspektiven in Burundi. 


Im Rahmen des 18. Burundi-Treffens am 20. Januar 2012 im Landtag von Baden-Württemberg berichtete Christian Kuijstermans, Koordinator des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe e. V. (AGEH) in Bujumbura, über die aktuelle politische Lage und die Rolle der zivilgesellschaftlichen Gruppen im Zuge der burundischen Versöhnungsarbeit.

Seit dem Wahljahr 2010 ist die Sicherheitslage in der Republik Burundi prekär. Nach Meinung des Referenten seien nicht die ethnischen Probleme zwischen Hutus und Tutsis der Grund, sondern vielmehr politische Ungereimtheiten zwischen der Regierungspartei und der außerparlamentarischen Opposition. Beide Seiten seien nicht zu einem politischen Dialog bereit. Dieser sei jedoch für ein positives Fortfahren des Demokratisierungsprozesses in Burundi von elementarer Bedeutung. Nach Meinung von Christian Kujistermans sind die Perspektiven und der Demokratisierungserfolg der Republik Burundi mit folgenden Punkten eng verknüpft:

  1. Die Erfolgschancen eines politischen Dialogs zwischen der Regierung und der außerparlamentarischen Opposition steigen durch einen eingeleiteten verstärkten internationalen Druck.

  2. Die Stärkung der burundischen Zivilgesellschaft führt zu mehr Einfluss innerhalb des Demokratisierungsprozesses.

  3. Lokale Initiativen im Bereich der Versöhnungsarbeit müssen intensiver gefördert werden.

Im Anschluss des Vortrages von Herrn Kuijstermans merkt der Geschäftsführer der SEZ, Dr. Karl-Hans Schmid, an, dass sich Burundi in einem demokratischen Transitionsprozess befindet und trotz der teilweise negativen Ansichten über die aktuelle gesellschaftspolitische Lage in Burundi, das Land sich dennoch in einer allgegenwärtigen positiven Aufbruchstimmung befindet. Das burundische Pflänzchen Demokratie, so Herr Schmid, brauche Zuspruch und Unterstützung von uns allen.

Darüber hinaus stellte Wolfgang Jenisch, Direktor des Institutes für Berufsausbildung in Mannheim (IfB), die Projektergebnisse einer Fortbildung im Bereich der KfZ-Technik vor. Diese fand von Oktober bis Dezember 2011 für Fachleute aus Burundi und Kamerun in Mannheim statt.

Als besondere Gäste unter den 60 Teilnehmern wurden u. a. Anatole Bacanamwo, Botschafter der Republik Burundi, Staatssekretärin Dr. Gisela Splett, die an diesem Tag ihren Geburtstag feierte, und Zoltan Novak, neuer Mitarbeiter im Referat Internationale Angelegenheiten des Staatsministeriums Baden-Württemberg, begrüßt. Darüber hinaus wurden Charlotta Heck und Hanna Ilge, Burundi- und Ruandareferenten aus dem BMZ, sowie Oliver Michael Sperling, u. a. Burundireferent im Auswärtigen Amt, begrüßt. Botschafter Bacanamwo sprach ein kurzes Grußwort und bedankte sich für das starke Interesse an seinem Heimatland Burundi.  

Weitere Informationen zum 18. Burundi-Treffen können Sie der Präsentation von Christian Kuijstermans sowie dem Ergebnisprotokoll entnehmen.

Abgeschlossene Projekte

 

Mit Fördermitteln des Landes Baden-Württembergs 2009-2011 konnten verschiedene Projektvorhaben in Burundi realisiert werden. Hier stellen wir Ihnen zwei Projektmaßnahmen vor, die vor Kurzem ihren Abschluss fanden. Es ging um die Fachpraktische Schulung von Pharmazeutisch-technischen Assistenten aus Burundi sowie um den Aufbau einer Kreislauforientierten Sanitärversorgung in Gatumba. 


Kreislauforientierte Sanitärversorgung in Gatumba/Bujumbura Rural

In Gatumba, einer Kommune in Bujumbura Rural, wurden zum Zwecke einer hygienischen und umweltfreundlichen Sanitärversorgung gemeinsam mit der Bevölkerung 35 Ecosan-Latrinen errichtet und Aufklärungsmaßnahmen für die Bevölkerung durchgeführt.

Fachpraktische Schulung von Pharmazeutisch-technischen Lehrern (PTA) aus Burundi an der Kerschensteinerschule in Feuerbach

Im Februar 2011 waren Néhémie Nduwimana und Alexandre Habonimana von der Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) in Bujumbura zu einer dreiwöchigen Schulung in Stuttgart, um sich mit Methoden der Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln vertraut zu machen. Seit 2008 gibt es an der EPCM, eine Einrichtung der Fondation Stamm, eine Fachschule für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) mit einem eigenen Schulungslabor. Die Kerschensteinerschule unterstützt diese Fachschule seither im Rahmen einer Projektpartnerschaft.

  Burundi Aktuell

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Die Rolle der Zivilgesellschaft in Burundi: Aufgaben, Erfolge und Hürden burundischer gesellschaftspolitischer Akteure

 

Das politische Klima in Burundi ist seit dem Wahljahr 2010 angespannt. Ein politischer Dialog zwischen der Regierungspartei und der außerparlamentarischen Opposition hat bis heute nicht stattgefunden. Welche Rolle kann die burundische Zivilgesellschaft als gesellschaftlicher Akteur in dieser Situation spielen?


Von Katrin Knauder, Consultant 

Seit dem Boykott der Wahlen im Jahre 2010 durch 12 Oppositionsparteien ist das politische Klima in Burundi angespannt. Gewaltsame Ausschreitungen nehmen zu. Ein Dialog zwischen der aktuell außerparlamentarischen Opposition und der Regierungspartei CNDD-FDD kam bis heute nicht zustande. Das Fehlen einer (nennenswerten) Opposition im politischen System und steigende soziale Spannungen schaden dem Demokratisierungsprozess und gefährden den Frieden.  

Welche Rolle spielt in Burundi vor diesem Hintergrund die Zivilgesellschaft, die im engeren Sinne als Element der Gesellschaft jenseits von Staat und Wirtschaft gilt?

Ein Jahr nach den Wahlen – aktuelle Situation der Zivilgesellschaft

Die gesetzliche Grundlage für zivilgesellschaftliche Tätigkeiten wurde durch die burundische Verfassung von 2005 gelegt, in der unter anderem ausdrücklich die Vereinigungs- und Meinungsfreiheit garantiert wird. Seitdem steigt die Anzahl nichtstaatlicher Organisationen zwar stetig an, dennoch fehlt es den meisten Akteuren an ausgeprägten Strukturen, einer Finanzierungsgrundlage, beruflichen Ausbildungen sowie an Basiskompetenzen wie Verhandlungs- oder Dialogmethoden. 

Wie in Transformationsprozessen vormals nicht-demokratischer Staaten üblich, ist in Burundi zudem das Problem immanent, dass zivilgesellschaftliche Akteure nicht ausreichend in politische Prozesse eingebunden werden. Darüber hinaus verstärken sich seit den Wahlen repressive Handlungen der Regierung nicht nur gegenüber Oppositionellen, sondern auch der Zivilgesellschaft: Internationale Organisationen wie Human Rights Watch oder Freedom House berichten von wiederholten Behinderungen, Einschüchterungen oder Inhaftierungen von gesellschaftspolitischen Akteuren und Journalisten. Insbesondere Organisationen wie OLUCOME oder FORSC, die sensible Themen wie Korruption und Menschenrechte thematisieren, sind immer wieder Drohungen und Gerichtsverfahren ausgesetzt.

Gesellschaftspolitische Akteure in Bujumbura

Trotz zunehmender staatlicher Restriktionen und sichtbarer inhärenter Schwächen vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen trifft man in der Hauptstadt Bujumbura auf einige „starke“ Akteure, die ihre deklarierten Ziele autonom und engagiert verfolgen. Sie weisen organisatorische und finanzielle Kapazitäten auf und sind in der Öffentlichkeit präsent. 

OLUCOME und OAG sind zwei dieser aktiven Organisationen der Zivilgesellschaft. Während OLUCOME als erfolgreich in der Korruptionsbekämpfung gilt, ist OAG für ihr gesellschaftliches Monitoring der Regierungshandlungen und ihr Engagement für Good Governance (Gute Regierungsführung) sowie eine unabhängige Justiz bekannt. Weitere prominente Akteure engagieren sich vor allem für den Menschenrechtsschutz (u. a. Ligue ITEKA) und die Förderung von Frauen und Jugendlichen. Daneben tragen sie zur ländlichen Armutsbekämpfung und zu lokalen Friedensprozessen bei, unter anderem durch die Bearbeitung von Landkonflikten (u.a. APDH), durch Versöhnungsinitiativen und Trauma-Bearbeitung (u. a. MIPAREC). Auch kompetente Think Tanks (PARCEM) und Forschungsinstitute (CENAP) lassen sich in Bujumbura finden. Sie analysieren relevante Probleme wie die hohe Armut, das Bevölkerungswachstum, Energiefragen, die Reform des Sicherheitssektors oder regionale wirtschaftliche Themen wie den Prozess der East African Community (EAC).

Der bekannteste Dachverband ist FORSC; er vereint über 140 Mitglieder und sorgt für eine verbesserte Wirksamkeit und Koordination zivilgesellschaftlicher Handlungen. Im Jahre 2009 wurde sein Rechtsstatus aufgehoben – lobend sei zu erwähnen, dass die Regierung diesen im Jahre 2011 wieder hergestellt hat. Aktuell ist der Dachverband auch an dem Prozess der Übergangsjustiz beteiligt.
 
All diese (und andere) zivilgesellschaftliche Organisationen thematisieren fortwährend gesellschaftliche Problemlagen gegenüber der Öffentlichkeit und der Regierung / staatlicher Institutionen. Dabei scheinen sie sich ihre Autonomie und kritische Distanz zu bewahren – wenngleich auf Kosten einer angespannten Beziehung zur Regierung und dem zeitweiligen Vorwurf einer politischen Parteilichkeit. Durch ihr hohes Engagement erzielten sie bereits einige Erfolge: Beispielsweise trug ihre Lobbyarbeit zu Gesetzesreformen im Bereich der Korruption oder zur Einberufung eines Ombudsmann für Menschenrechte bei.

Die Bedeutung einer demokratischen (Zivil)Gesellschaft im Postkonfliktstaat Burundi

Zivilgesellschaftlichen Organisationen in Burundi kommt eine relevante Aufgabe zu: Sie füllen nicht nur das Vakuum zwischen Staat und Gesellschaft, sondern schaffen auch Bewusstsein für demokratische Praktiken wie Wahlen und fungieren als gesellschaftliche Kontrollinstanz für die Staatsmacht. Letzteres erscheint vor dem Hintergrund beobachtbarer autokratischer Tendenzen besonders wertvoll. Von einigen Ausnahmen abgesehen, scheint sich die burundische Zivilgesellschaft insgesamt jedoch noch in der Konsolidierungsphase zu befinden und kann ihre angedachte Rolle nicht vollständig erfüllen: Ihr mangelt es an ausgeprägten Strukturen; oftmals ist ihre Effektivität von einzelnen Persönlichkeiten abhängig. Zudem ist sie fast ausschließlich auf Gelder internationaler Geber angewiesen. Eine Verbesserung scheint nur schleppend möglich zu sein, auch aufgrund des sich verengenden Handlungsspielraums und nationaler Rahmenbedingungen.  

Letztlich ist eine lebendige Zivilgesellschaft im Postkonfliktstaat Burundi nur ein Element auf dem langen Weg zu einer friedlichen Demokratie; viele weitere Faktoren sind notwendig, wie stabile staatliche Institutionen, eine effektive Gewaltenteilung, eine unabhängige Gerichtsbarkeit oder ein Parteienpluralismus mitsamt einer funktionierenden Opposition. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklungen in Burundi voranschreiten. Die burundische Zivilgesellschaft kann hierzu beitragen, wenn sie sich weiterhin um einen konstruktiven Dialog mit der Regierung bemüht, eine parteipolitische „Neutralität“ bewahrt, interne demokratische Strukturen ausbaut und ihre Verbindung zur Gesellschaft weiter vertieft.

Abkürzungsverzeichnis

APDH - Association pour la Paix et les Droits de cialis dose l’Homme
CENAP - Centre d’Alerte et de viagra no perscription uk Prévention des Conflits
FORSC - Forum pour le Renforcement de buy cialis next day delivery la Société Civile
Ligue ITEKA – Ligue Burundaise des Droits de l’Homme Iteka
MIPAREC - Ministry For Peace And Reconciliation Under The Cross
OAG - Observatoire de buy cialis professional l’Action Gouvernementale
OLUCOME – Observatoire de Lutte contre la Corruption et les Malversations Économiques
PARCEM - Parole et Action pour le Réveil des Consciences et l’Evolution des Mentalités

CNDD-FDD – Conseil National pour la Défense de overnight viagra la Démocratie – Forces Nationales de viagra pfizer canada Libération
EAC – East African Community

Zur Person:
Katrin Knauder war von Juni bis Oktober 2011 als Kurzzeitexpertin für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Burundi und Ruanda tätig. In diesem Zusammenhang führte sie eine Aktions- und Akteursanalyse zur Zivilgesellschaft in beiden Ländern durch. Von 2009 bis 2011 arbeitete sie bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Nach dem Bachelor-Studium der Sozialwissenschaften absolvierte sie den M.A. „Friedensforschung und Internationale Politik“ in Tübingen und Uppsala. Ihre Masterarbeit schrieb sie über die Möglichkeiten der Inklusion von Rebellengruppen in Friedensprozesse anhand des Fallbeispiels Burundi.

Rückfragen bitte an:

Katrin Knauder, Consultant
E-Mail: Katrin. Knauder@web.de

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) in Burundi - zwei praktische Bespiele aus der Arbeit vor Ort

 

Christian Kuijstermans ist Koordinator des Programms „Ziviler Friedensdienst (ZFD)“ der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e. V. . Während des 18. Burundi-Treffens am 20. Januar 2012 berichtete er über die gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Perspektiven in Burundi seit dem Wahljahr 2010. Im Nachgang des Treffens möchte er den Burundi-Aktiven zwei praktische Beispiele aus der Arbeit der AGEH in Burundi vorstellen.


Von Christian Kuijstermans, AGEH Koordinator Ziviler Friedensdienst Region der Großen Seen

Die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e. V. fördert seit 2008 in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche in Burundi Frieden und Entwicklung. An zwei praktischen Beispielen möchte Christian Kuijstermans den Burundi-Aktiven die Arbeit der AGEH in Burundi näher bringen.

Konfliktbearbeitung in den Pfarreien – Versöhnung auf lokaler Ebene herbeiführen

In der Justitia et Pax Kommission der Diözese Muyinga (CDJP Muyinga) werden mit Unterstützung der AGEH und der deutschen Fachkraft Karin Roth Strukturen für friedliche Konfliktlösung in den Pfarreien aufgebaut. In den vergangenen Jahren wurden in allen 16 Pfarreien der Diözese Muyinga Mediatoren ausgebildet (Männer wie Frauen), die zwischen der Bevölkerung vermitteln. Sie werden von dieser als Anlaufstellen zur Unterstützung bei der Lösung von vielerlei Konflikten genutzt – insbesondere bei Konflikten um Landeigentum, aber auch bei solchen innerhalb von Familien. Die Mediatoren der CDJP Muyinga versuchen, über Gespräche eine Lösung des Problems zwischen den Konfliktparteien herbei zu führen. Wenn dies in vereinzelten Fällen nicht möglich ist, verfügt CDJP Muyinga auch über eine Anwältin, die weitere Schritte unterstützen kann. Lokale Konflikte, vor allem wenn es um Landbesitz geht, bergen in Burundi ein Risiko der Eskalation. Durch die Arbeit der friedlichen Konfliktlösung soll dieses Risiko verringert werden. Es werden hier die unterschiedlichsten Parteien zusammen gebracht. Vor allem bei ehemals verfeindeten Gruppen ist festzustellen, dass die Hemmschwelle, einen Konflikt durch das Gespräch zu lösen, groß ist. Die friedliche Konfliktbearbeitung über lokale – ehrenamtliche – Mediatoren hilft, diese Hemmschwelle zu überwinden.

Respekt für Menschenrechte und gute Regierungsführung – Eine verantwortungsvolle Gestaltung der Zukunft Burundis

Die nationale Justitia et Pax Kommission Burundis (CEJP Burundi) wurde während der letzten drei Jahre vom Koordinator des Zivilen Friedensdienstes, Christian Kuijstermans, bei der Entwicklung ihrer Programme zu „Guter Regierungsführung“ unterstützt. Hinter diesem Konzept verbirgt sich u. a. Transparenz, Einbeziehung von Bürgern und Verantwortung gegenüber der Bevölkerung. Im Wahljahr 2010 hat dies u. a. zu einer unabhängigen Wahlbeobachtung durch die CEJP mit rund 2.500 Wahlbeobachtern geführt. Eine andere Initiative, die 2011 entwickelt und gestartet wurde, ist die Beobachtung der Situation vor Ort bezüglich der Menschenrechte und „Guter Regierungsführung“. Um konkrete Informationen hierzu zu bekommen, sind 100 „Moniteurs“ (Beobachter) ausgebildet worden, die im ganzen Land arbeiten. Diese „Moniteurs“ wurden geschult in der Recherche von Menschenrechtsverletzungen und Verstößen gegen die Grundlagen der guten Regierungsführung. Registrierte Fälle werden von den Beobachtern in einem Berichtsraster erfasst, das auch eine statistische Bearbeitung landesweit ermöglicht. Die Informationen werden einerseits genutzt, um bei bestimmten Verletzungen direkt auf lokaler Ebene zu reagieren (Opfer besuchen, auf den Fall Aufmerksam machen usw.) und andererseits, um Lobbyarbeit und Plädoyers auf nationaler politischer Ebene zu stärken. Ein Beispiel, wie solche Information genutzt werden, ist der Pastoralbrief der Bischofskonferenz zu Weihnachten 2011. Wegen der vielen Katholiken im Land (rund 70 Prozent der Bevölkerung) erlangte dieser höchste Beachtung. Gerade weil die CEJP der Bischofskonferenz über handfeste Daten (Beweise) verfügt, hat diese eine bessere Position, Verletzungen von Menschenrechten oder Gesetzesbrüche anzusprechen und Maßnahmen dagegen zu fördern. Ein weiteres Beispiel für den Mehrwert dieser Arbeit ist die Nutzung der Daten durch Organisationen wie Human Rights Watch.

Rückfragen bitte an:

Christian Kuijstermans, AGEH Koordinator Ziviler Friedensdienst Region der Großen Seen
E-Mail: christian.kuijstermans@ageh.de

Aufruf der burundischen Bischofskonferenz für den Frieden in Burundi

 

Im Detember 2011 veröffentlichte die burundische Bischofskonferenz einen Pastoralbrief über den Frieden in Burundi.


Über die aktuelle gesellschaftspolitische Lage in Burundi schwieg die Katholische Kirche lange Zeit.  An Weihnachten schließlich meldete sie sich zu Wort und veröffentlichte in Form eines Pastoralbriefes, verfasst von der burundischen Bischofskonferenz, eine Stellungnahme zum Frieden in Burundi. Der Stellenwert der katholischen Kirche und somit auch ihr Einfluss ist bei der burundischen Bevölkerung mit einem Bevölkerungsanteil von 70% an Katholiken nicht zu unterschätzen.

Der Pastoralbrief vom Dezember 2011 wurde in der Landessprache Kirundi und in Französisch veröffentlicht.  

Im Zenit, der internationalen Nachrichtenagentur des Vatikans, erschien unter dem Titel «Burundi : « Tout faire pour éviter l'abîme de viagra discounts la guerre », Appel des évêques dans leur Message de buy discount viagra Noël», eine Zusammenfassung dieses Pastoralbriefes. 

  Aktiv für Burundi

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Großes Engagement aus Horb: Kurzzeiteinsätze des Allgemeinmediziners Dr. Rainer Schach

 

Dr. Rainer Schach aus Horb engagiert sich seit 2010 aktiv für die Intensivierung der Partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Burundi im medizinischen Bereich. Der Allgemeinmediziner reist regelmäßig ehrenamtlich nach Songa/Gitega und leistet dort mehrwöchige medizinische Einsätze.


Dr. Rainer Schach war 2009 Mitglied der baden-württembergischen Delegationsreise nach Burundi. Seitdem setzt sich der Allgemeinmediziner kontinuierlich für das von den katholischen Bene-Therese-Orden geführte Krankenhaus in Songa/Gitega ein. Das Krankenhaus war vor seinem Engagement eine einfache gynäkologische Krankenstation. Mit Hilfe der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und ihrer Vernetzungsmöglichkeiten ist es gelungen, die Station in der zweitgrößten Stadt Burundis in ein gut funktionierendes Krankenhaus mit OP-Möglichkeiten umzubauen. Der Standard entspricht nun jenem eines europäischen Krankenhauses. Insgesamt flossen bis dato 1,3 Mio. Euro aus Baden-Württemberg für den Umbau in das Krankenhaus. Die finanzielle und logistische Unterstützung erfolgte maßgeblich über den Rotarierclub Horb und über eingeworbene Spenden aus Benefizveranstaltungen der SEZ.

Seit 2010 reist Dr. Schach regelmäßig nach Songa und leistet dort mehrwöchige medizinische Einsätze. Aufgrund der guten Struktur des Krankenhauses wurden international tätige Ärzte darauf aufmerksam: so operierte in den vergangenen zwei Jahren ein belgisches Augenärzteteam in dem burundischen Krankenhaus.

Während seiner Kurzzeiteinsätze legt der Allgemeinmediziner einen besonderen Fokus auf die Aus- und Weiterbildung des Ärzte- und Pflegepersonals vor Ort. So konnten seit 2010 mit gesponserten Endoskopie-, Coloskopie- sowie Ultraschallgeräten Fortbildungsmaßnahmen für einheimische Kollegen aus Burundi in Form von Wochenhospitationen in Songa durchgeführt werden. Der von der SEZ an Dr. Schach vermittelte Medizinstudent Blaise aus Bujumbura absolviert seit fast zwei Jahren regelmäßig Praktika unter der Leitung von Dr. Schach im Krankenhaus Songa. So lernt er den Umgang mit Patienten in der Praxis kennen und erwirbt fortlaufend praktische Kenntnisse in der Notfallmedizin. Der Medizinstudent ist seitdem ein fester Partner/Unterstützer des zweiköpfigen burundischen Ärzteteams bestehend aus Dr. Francoise und Dr. Fikiri und eine große Hilfe für den baden-württembergischen Arzt sowie für das Krankenhaus in Songa.

Die burundische Krankenschwester Soeur Acquiline aus dem Krankenhaus in Songa/Gitega hatte von Ende August bis Anfang November 2011 in Baden-Württemberg die Möglichkeit einer dreimonatigen Fort- und Weiterbildung im medizinischen Bereich. So hat sie bei Operationen assistiert und den Umgang mit medizinisch-technischen Geräten erlernt. Neben Praktika in Dr. Schachs Arztpraxis und im Kreiskrankenhaus Freudenstadt absolvierte sie einen intensiv Einzeldeutschkurs, der vom Landkreis Freudenstadt gesponsert wurde.

Diese Fortbildungsmaßnahme in Baden-Württemberg hat sich bereits ausgezahlt. Bei Dr. Schachs letztem Kurzzeiteinsatz vom 24. Dezember 2011 bis 15. Januar 2012 konnte Soeur Acquiline ihn bei operativen Eingriffen tatkräftig unterstützen.  Während ihres Praktikums im  Kreiskrankenhaus Freudenstadt hat sie die Grundbegriffe der Anästhesie und des Instrumentierens gelernt. So konnte sie dem Mediziner in Burundi bei den OP-Vorbereitungen entscheidende Tätigkeiten abnehmen und auch die Anästhesien überwachen.

Sie hat auch begonnen, das übrige Krankenhauspersonal mit den Erfordernissen eines OP wie Desinfektion, Vorbereitung der Patienten, Narkoseeinleitung, Aufrechterhaltung und Patientenüberwachung während des Eingriffs und in der Aufwachphase vertraut zu machen:  Ein Multiplikatoreneffekt, der den Aufenthalt im Nachhinein zu einem vollen Erfolg gemacht hat.

Weitere Informationen über den Ärzte-Kurzzeiteinsatz von Dr. Rainer Schach im Krankenhaus Songa/Gitega vom 24. Dezember 2011 bis 15. Januar 2012 erhalten Sie hier.

Fortbildung für Fachkräfte des Kfz-Gewerbes aus Burundi

 

Die Stärkung des Berufsausbildungssektors ist ein elementares und effizientes Instrument für die Entwicklung der Republik Burundi.  Hierfür sind vor allem qualifiziert ausgebildete Lehrer und Ausbilder vonnöten. Das Institut für Berufsbildung (IfB) in Mannheim führt Fortbildungen für Fachkräfte aus Entwicklungsländern durch. 


Von Oktober bis Dezember 2011 absolvierten sieben Fachkräfte des Kfz-Gewerbes aus Burundi eine Fortbildung am Internationalen Institut für Berufsbildung (IfB) in Mannheim. Die Unterstützung der beruflichen Bildung in dem afrikanischen Land soll zukünftig ein Schwerpunkt im Rahmen der Partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Burundi werden. Um die Signalwirkung dieser Maßnahme zu unterstreichen, übernahm die im Rahmen dieser Partnerschaftlichen Beziehungen engagierte Staatssekretärin, Frau Dr. Gisela Splett MdL, die Schirmherrschaft.

Die Wichtigkeit dieser Art von Fortbildungen wird deutlich, wenn man sich den derzeitigen Fachkräftemangel in Burundi vor Augen führt. Man findet kaum Mechaniker, die in der Lage sind, in modernen und komplexen Systemen technische Defekte zu beheben. Zu groß war der Technologiesprung in den letzten Jahrzehnten, zu gering die Fortschritte im Bereich der beruflichen Bildung. Absolventen der örtlichen Berufsschulen erfüllen in aller Regel nicht die Anforderungen des Kraftfahrzeug-Arbeitsmarktes. Funktionierende Kraftfahrzeuge jedweder Ausführung – als Nutzfahrzeuge, Transporter, Sammeltaxis – spielen eine maßgebliche Rolle bei der Förderung der Infrastruktur Burundis und der Sicherung der Logistik im Handel. Zudem gilt es, Umweltverschmutzungen durch hohe Abgaswerte der Fahrzeuge und Gesundheitsgefährdungen durch Gefahrenstoffe (z.B. Ölverluste) zu minimieren. Hier besteht massiver Handlungsbedarf, sofern man sich die Armutsbekämpfung und eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Burundi zum Ziel gesetzt hat.

Zuletzt waren im Zeitraum von 1982 bis 1996 Fortbildungsteilnehmer aus Burundi am IfB zu Gast. Zur Intensivierung der Partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Burundi ermöglichte das IfB mit einer gemeinnützigen Initiative die erneute Fortbildung von Multiplikatoren aus Burundi. Finanziert wurde das Vorhaben durch den „Förderkreis des IfB e. V.“ in Kooperation mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen: Don Bosco, das Gemeindejugendwerk, Childfund und Futura-Burundia unterstützten mit organisatorischen und finanziellen Beiträgen den Aufenthalt der Teilnehmer in Deutschland.

Die Teilnehmer waren von der Ausstattung, den technischen Möglichkeiten und der didaktischen Vorgehensweise des IfB begeistert. Das Hauptaugenmerk bei der Vermittlung neuer Kenntnisse lag stets beim Transfer des Wissens nach Burundi. Beispielsweise ist die Anschaffung eines mehrere tausend Euro teuren Diagnosetesters für die burundischen Kfz-Fachleute kaum möglich. Nach eingehender Erklärung der Systeme stellten die Teilnehmer Adapterkabel und –anschlüsse her, um mit dieser „angepassten Technologie“ und einem handelsüblichen Multimeter die nötigen Messwerte zu bekommen. Selbstverständlich nahm jeder Teilnehmer einen kleinen Koffer voll Anschlussstecker und ein gutes Multimeter mit nach Hause.

Sponsorenlauf unter dem Motto "Schweiß für Wasser für Bisoro"

 

Zusammen mit ihrer französischen Partnerstadt Chambéry unterhält die baden-württembergische Stadt Albstadt-Ebingen zu Bisoro in Burundi eine Partnerschaft, die 1992 von der SEZ vermittelt wurde. Unter dem Motto „Schweiß für Wasser für Bisoro“ organisierten beide europäische Partner einen Sponsorenlauf.


Im Rahmen einer Gesamtplanung für eine Wasserversorgung in Bisoro/Burundi beschlossen die Partnerschaftskomitees der baden-württembergischen Stadt Albstadt-Ebingen und der französischen Stadt Chambéry in einer ersten Phase eine Grundschule mit 600 Schülern in Bisoro/Rutega mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Die französische Planungsgruppe „Hydraulique Sans Frontières“ (HSF) kalkulierte hierfür mit einem finanziellen Aufwand in Höhe von 35.000 €. Zur Finanzierung dieses Teilprojekts bot der Rotary-Club Ebingen an, einen Sponsorenlauf unter dem Motto „Schweiß für Wasser für Bisoro“ zu organisieren. Hierzu wurden über Clubmitglieder alle Albstädter Schulen gebeten, Schüler der Jahrgänge 1995 und jünger zur Teilnahme an diesem Lauf zu motivieren. Die laufwilligen Schüler hatten die Aufgabe,  sich eigene Sponsoren (Oma, Opa, Eltern, Bekannte und Freunde, Firmen, etc…) zu suchen, die sich bereit erklärten, einen bestimmten Geldbetrag pro Runde (entspricht 400m) an seinen Läufer zu bezahlen. Auch etliche Albstädter Firmen boten sich als Sponsoren an.

Ganz besonders erfolgreich war die Rossentalschule für Behinderte. Alle Schüler der Schule nahmen am Sponsorenlauf am 9. Oktober 2011 teil. Für dieses Engagement vergab der Rotary-Club einen Sonderpreis. Für die behinderten Kinder war es ein ganz besonderes Erlebnis, „auf Augenhöhe“ mit allen anderen Läufern an der Veranstaltung teilnehmen zu dürfen und ebenso effektiv für Einnahmen sorgen zu können.

Insgesamt 360 laufwillige Schüler gaben sich große Mühe, im Verlauf einer Stunde eine möglichst große Rundenzahl zu erzielen, damit sich das Wasserprojekt für die burundische Grundschule finanzieren lässt. Das  Ergebnis war überwältigend: Es betrug 27.570 €.  Mitglieder des Rotary-Clubs fügten insgesamt noch 7.430 € hinzu, sodass tatsächlich 35.000 € für die Finanzierung des Wasserprojektes zur Verfügung standen. Die Bauarbeiten sind bereits angelaufen und werden voraussichtlich im März 2012 abgeschlossen sein. Der zweite Sponsorenlauf in Chambéry wurde im kleineren Rahmen des dortigen Partnerschaftskomitees ausgeschrieben und ergab 520 €.

Die Dreieckspartnerschaft zwischen der baden-württembergischen Stadt Albstadt-Ebingen, der französischen Partnerstadt Chambéry und der Stadt Bisoro in Burundi wurde 1992 von der SEZ vermittelt. Der Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit liegt im Bereich der Schulbildung und der Alphabetisierung von Frauen. Nähere Informationen zur Partnerschaft finden Sie hier.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Waiblingen und dem Waisenhaus Foyer Saint Joseph in Kivoga

 

Der burundische Priester Père Nicolas Niyungeko pflegt seit sieben Jahren partnerschaftliche Beziehungen nach Waiblingen. 2007 begann er mit dem Bau eines Waisenhauses in Kivoga/Rutana, nachdem er von der Bezirksverwaltung Rutana ein geeignetes Grundstück erhalten hatte. Finanziell unterstützten ihn dabei maßgeblich die beiden Waiblinger Kirchengemeinden St. Antonius und Johannes unter dem Kreuz sowie zahlreiche private Spender in Waiblingen. Über die Fördermittel des Landes Baden-Württemberg konnte 2009 der Bau einer Wasserleitung im Waisenhaus realisiert werden. Peter und Ingrid Bongard, Burundi-Aktive aus Waiblingen, besuchten im Juli 2011 Burundi und das Waisenhaus in Kivoga/Rutana. Mehr dazu

  Termine

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Veranstaltung im Rahmen der Stuttgart Open Fair 2012
zum Thema: Gesundheit und Soziales, Informationen, Gespräche und Gedankenaustausch mit den Gesundheitsmediatoren Stuttgart
Samstag, 04. Februar 2012, 15:30 Uhr, Gewerkschaftshaus Stuttgart, Raum 116

Interkulturelle Gesundheitsmediatoren beteiligen sich aktiv im Bereich der gesundheitlichen Prävention durch Informationsstreuung, Bildung sowie Begleitung von Bedürftigen.  Die ganze Welt wird vertreten sein: Amerika, Asien, Afrika und Europa. Das aktuelle Thema ist die seelische Gesundheit.
Kontakt: Mathias Hategekimana, Ansprechpartner für "Afrika und die Welt - Gruppe für die Selbsthilfe Stuttgart"
E-Mail: 2009ggsa@googlemail.com
www.sofa2012.de


Melodienre(i)gen für Trinkwasser in Bisoro
Benefizkonzert des Salonorchesters Ebingen
Sonntag, 29. April 2012, Ebinger Festhalle

Das Salonorchester Ebingen, bestehend aus älteren Musizierenden, veranstalten ein Benefizkonzert zu Gunsten der Wasserversorgung in der Kommune Bisoro in Burundi.
Kontakt: Rolf Armbruster
E-mail: RolfArmbruster@t-online.de
www.bisoro.de/20.html


SEZ Festkonzert für Burundi
Sonntag, 20. Mai 2012, 17:00 Uhr, Esslingen, Neckar Forum, Großer Saal

2012 ist ein Jubiläumsjahr sowohl für Baden-Württemberg als auch für Burundi, die durch Partnerschaftliche Beziehungen eng verbunden sind. Das kleine ostafrikanische Land Burundi feiert 50 Jahre Unabhängigkeit, Baden-Württemberg blickt auf seine Gründung vor 60 Jahren zurück. Im Rahmen dieser zwei Jubiläen veranstaltet die SEZ ein Festkonzert. Das Benefiz des Abends kommt ohne Abzug von Verwaltungskosten Projekten in Burundi zugute.

Programm

  • Arturo Márquez „Danzón No. 2”

  • Peter Tschaikowsky „Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36“

  • Peter Tschaikowsky „Manfred-Sinfonie op. 58“

Ausführende

  • Junge Süddeutsche Philharmonie Esslingen

Leitung

  • Professor Andreas Kraft

Kosten

  • Kategorie I:                30 €

  • Kategorie II:               24 €

  • Kategorie III:              18 €

  • Schüler/Studenten:     8 €

Kontakt: SEZ, Astrid Saalbach, Tel.: 0711 / 2 10 29-80
E-Mail: saalbach@sez.de
www.sez.de

  Forum

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Das Forum bietet Raum für Gesuche und Angebote, die sich bei den Burundi-Engagierten im Rahmen ihres Einsatzes ergeben. Es kann beispielsweise um benötigtes Material oder Fachkompetenz gehen. Das Forum fördert den Austausch und die Vernetzung unter den Engagierten, da Suchende und Bietende direkt in Verbindung treten können.

Informationsbus „Haus der Ideen auf Rädern“

Hinsichtlich der Netzwerkarbeit für Burundi setzt anamed international e. V. auf selbsttragende Entwicklung im Gesundheits-, Ernährungs- und Bildungswesen. Denn diese Bereiche sind Voraussetzung zu effektiverer Arbeit, wirtschaftlichem Wachstum und letztendlich mehr Wohlstand. Nachhaltigkeit in Bildung und Wirtschaft führt bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu mehr Eigenverantwortlichkeit und Selbsthilfe. Nur eine gesundheitlich gut versorgte Bevölkerung hat auch gute Chancen auf Bildung und wirtschaftlichen Erfolg.

Dieses Oberziel soll nachhaltig erreicht werden mit dem Haus der Ideen auf Rädern. Dieser fahrbare Informationsbus ist eine geeignete Informationsstätte für alle Menschen, ob gebildet oder Analphabet. Er soll mit bildlichen und schriftlichen Dokumenten ausgestattet sein, in Landessprache und in Französisch, und praktische Hilfe vermitteln, um die Menschen anzuregen, die Agrar- und Gesundheitsprodukte ihres Landes zu nutzen und sich aus eigener Kraft – ohne Hilfe von außen – zu entwickeln. Der Bus könnte abgelegene Dörfer und Schulen anfahren und das Wissen im Gestalten von Heilkräutergärten und deren Nutzung zur Verfügung stellen.

Erforderlich ist nun die Beschaffung eines Blankobusses, der in der Mercedes-Werkstatt  ausgebaut und eingerichtet werden kann. Ein junger burundischer Agraringenieur hat bereits eine Zusatz-Ausbildung in Nairobi durch Anamed absolviert, der als Fahrer und Berater mit einem deutschen Agraringenieur aus Bonn das Info-Haus auf Rädern, die Leitung und Organisation der A:LU:MA-Burundi übernehmen wird. Die benötigte Start-Finanzierung kann eingesehen werden.

Das Projekt erfolgt durch Anamed International e.V. unter dem Dach der gemeinnützigen  Vereinigung  „Aktion zur Bekämpfung der Malaria“ (Action de buy cialis online without prescription Lutte contre la Malaria), A:LU:MA-Burundi, welche im Jahr 2001 gegründet wurde.

Wer ist bereit, die Aktion der nachhaltigen Selbsthilfe mit dem „Haus der Ideen auf Rädern“ ideell und finanziell zu unterstützen?

Kontakt:
Hans-Martin Hirt, Schafweide 77, 71364 Winnenden, Tel.: 07195 / 91 02 25, E-Mail: anamedhmh@yahoo.de

Hannelore Klabes, Wilhelmshöher Allee 337, 34131 Kassel, Tel.: 0561 / 3 46 10, E-Mail: hannelore.klabes@t-online.de   

Information über Wasserfilter für sauberes Trinkwasser

Bezugnehmend auf die Länderübergreifende Afrika-Veranstaltung der SEZ im November 2011 zum Thema "Menschenrecht auf Wasser" möchte Keith Lindsey von anamed international e. V. auf zwei ausgezeichnete Wasserfilter aufmerksam machen. Die Wasserfilter wurden von der englischen Firma "Safe Water Trust Ltd" entwickelt. Ihre Erfahrungen zeigten, dass bspw. der "Family Aquafilter"  für mehr als 30 Personen aus der DR Kongo über einen Zeitraum von sechs Tagen sauberes Wasser ergab. Es konnten mehr als 100 Euro gespart werden, die sonst für Wasserflaschen ausgegeben worden wären.

Kontakt: Keith Lindsey, anamed international
E-Mail: keith_lindsey@t-online.de
www.safewatertrust.com

Ingenieur bietet effiziente Holzkocher

Der Ingenieur Richard Fetzner hat viele Jahre spezielle theoretische und praktische Kenntnisse in der Feuerungstechnik erworben, so dass er in der Lage ist, hocheffiziente Kochherde bzw. Kocher zu bauen, die wenig Brennholz benötigen (1/4 im Vergleich zu den traditionellen 3-Steine-Feuer in den afrikanischen Ländern) und nur geringen gesundheitsschädlichen Rauch erzeugen.

Richard Fetzner bietet seine Kochherd-Baupläne für Ausbildungslehrgänge Jugendlicher Barundis an, damit sie selbst die Möglichkeit haben, diese Biomasse-Kocher herzustellen.

Der Ingenieur ist auf der Suche nach Helfern und Mitstreitern, die es schaffen, die Produktion und Verteilung von effektiven Holzkochern in Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika, anzukurbeln und voranzutreiben.

Bild „Holzbedarf für 10 Liter kochendes Wasser“

Bild „Mali-Holzkocher“

Kontakt: Richard Fetzner
E-Mail: richardf@web.de

Impressum

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit
Baden-Württemberg (SEZ)
Werastraße 24
70182 Stuttgart

Tel.: 0711 / 2 10 29-11
Fax:  0711 / 2 10 29-50
info@sez.de
www.sez.de

Geschäftsführender Vorstand: Dr. Karl-Hans Schmid  

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