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Wirtschaftliche Lage

Kinder in Burundi. Foto: Ursula Grass

Burundi ist eines der unterentwickelsten und ärmsten Länder der Welt (Rang 185 von 187 Staaten im UN-Human-Development Index 2011). Die Mehrzahl der burundischen Bevölkerung (etwa Zwei-Drittel) lebt unterhalb der Armutsgrenze und somit von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag, wobei sich die Anzahl der Menschen in absoluter Armut seit Beginn des Bürgerkrieges 1993 verdoppelt hat. Darüber hinaus leben weniger als 10 Prozent der Bevölkerung in städtischen Gebieten (weit unter dem afrikansichen Durchschnitt) und lediglich 1 Prozent hat Zugang zu Elektrizität.

Burundische Frauen mit Spaten Foto: Ursula Grass

Das Wirtschaftswachstum in Burundi ist sehr gering (etwa 4%) und die jährliche Inflationsrate beläuft sich aktuell auf ca. 11,7%. Burundi weist außerdem eines der niedrigsten Pro-Kopf-BIP weltweit auf (Stand 2010: 90 Euro). Der wichtigste Wirtschaftssektor in Burundi ist der Landwirtschaftsbereich, wobei es sich hierbei zumeist um Substenzwirtschaft, also dem Wirtschaften für die eigene Selbstversorgung handelt. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung leben traditionell von Ackerbau bzw. von der Viehzucht, wobei 70 Prozent der Agrarproduktion von Frauen erbracht werden. Aufgrund der geringen abbaubaren Bodenschätze (Nickel) und der Abhängigkeit von den Exportgütern Kaffee, Tee und Palmenöl ist das Land stark von ausländischer Hilfe abhängig. So wird über die Hälfte des Staatshaushaltes über die finanzielle Leistung der Geberstaaten fremdfinanziert.

Landwirtschaft in Burundi. Foto: Weingärtner, SEZ

Von der globalen Wirtschaftskrise ab 2007 wurde Burundi besonders betroffen, da die Devisenwirtschaft einseitig vom Hauptexportprodukt Kaffee abhängig ist. Die Preise auf dem Weltmarkt für Kaffee und das weitere wichtige Exportgut Mineralien sanken jedoch. Dabei stiegen die Lebensmittelpreise enorm an, woran Burundi sehr leidet. 

Burundi hat Ende 2009 im Rahmen der Internationalen Entschuldungsinitiative (HIPC) den Completion Point (Vollendungszeitpunkt) erreicht, so dass Schulden von mehr als einer Milliarden Euro erlassen wurden. Nichtsdestotrotz wird Burundi von Geberleistungen mittelfristig angewiesen sein. 

Über die Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit Burundi können Sie sich über die Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) informieren. 

Letzte Aktualisierung:  06.12.2016Seite drucken | nach oben

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