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Marguerite Barankitse erhält den Aurora-Preis

Der diesjährige Aurora-Preis zur Förderung der Menschlichkeit ging an Marguerite Barankitse aus Burundi. Der Preis wird an Menschen verliehen, die ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, um anderen das  (Weiter-)Leben zu ermöglichen (Auroraprize.com).

Marguerite Barankitse, die im Oktober letzten Jahres im Rahmen des 26. Burundi-Treffens über die Lage Burundis berichtete, hat in ihren jungen Jahren bereits weitreichende Entscheidungen getroffen. Während des Bürgerkriegs hat sie beschlossen, sich für geflohene und traumatisierte Kinder aller Ethnien einzusetzen und gründete das Maison Shalom, das bis heute für über 20.000 junge Menschen neue Lebensperspektiven geschaffen hat (reuters).

Marguerite Barankitse ist die erste Preisträgerin des Aurora-Preises, der dieses Jahr von Schauspieler George Clooney in Armenien überreicht wurde. Neben 100.000 Dollar Preisgeld für die Aktivistin, erhält sie ebenfalls eine Millionen Dollar, die sie an Organisationen ihrer Wahl weitergeben darf (finanzen.net).

Marguerite Barankitse beim 26. Burundi-Treffen in Stuttgart

Weitere Anschläge und politisch motivierte Morde - 25.4.2016

"Allein in dieser Woche wurden erneut sieben Menschen bei politisch motivierten Gewalttaten getötet. Seit April 2015 kamen 700 Menschen zu Tode. Mindestens 4.300 Personen wurden aus politischen Gründen inhaftiert, hunderte Menschen gelten als verschwunden, Folter und Einschüchterung sind weit verbreitet", so wird GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius zitiert (Gesellschaft für bedrohte Völker).

Gestern, ungefähr ein Jahr nach der Eskalation der politischen Auseinandersetzungen, gibt es erneut Opfer in der Zivilbevölkerung sowie aus der politischen Elite zu beklagen. Am Montagmorgen wurde der burundische General und Sicherheitsberater des Präsidenten Athanase Kararuza sowie seine Frau im Auto erschossen. Schon in der vorherigen Woche wurde ein Oberst von Unbekannten ermordet (spiegel online).

Auch die "Zwischenbilanz" des UNHCR zeigt sich wenig optimistisch. Weiterhin fliehen viele Zivilisten in die angrenzenden Staaten. Einige Nachbarländer kommen derzeit an ihre Grenzen bezüglich der Aufnahme und Grundversorgung der Ankommenden. Tansania hat mit Abstand die meisten Geflohenen aufgenommen, ca. 71.000 burundische Staatsbürger und hat somit eines der größten Flüchtlingslager weltweit (UNHCR).

Der internationale Strafgerichtshof nimmt unter der Federführung von Chefanklägerin Fatou Bensouda Vorermittlungen bezüglich Mord, Folter, Vergewaltigung und Entführung auf. Der internationale Strafgerichtshof, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord und Kriegsverbrechen verfolgt, will so festellen, ob die Indizien für ein vollwertiges Ermittlungsverfahren ausreichend sind (Deutsche Welle).

Wurde die Komplexität der politischen Auseinandersetzungen in Burundi von Außenstehenden unterschätzt? Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn man den gescheiterten Versuch des Ex-FIFA-Präsidenten in Augenschein nimmt, der Burundis aktuell umstrittenen Präsidenten Nkurunziza von einer dritten Amtszeit "abwerben" sollte. Auch Besuche verschiedener hoher Geistlicher blieben ohne konkrete Ergebnisse (sport1).

Weiterhin Unruhen in Burundi - 18.04.2016

Am vergangenen Wochenende gab es in Burundi erneut Konflikte und Tote zu vermelden.

Am vergangenen Freitag standen im Stadtzentrum Bujumburas zwei Fahrzeuge in Flammen. Zuvor wurde Explosionen vernommen, nähere Angaben zu den Hintergründen gibt es noch nicht (IWACU). In einem Dorf im Süden des Landes wurden am Samstagabend vier Mitglieder der Regierungspartei von einer unbekannten bewaffneten Truppe ermordet (Tiroler Tageszeitung).

Auch auf internationaler Ebene gibt es neue Inititativen. So möchte UN Generalsekretär Ban Ki-Moon weiterhin UN-Streitkräfte (UN Polizisten) nach Burundi entsenden . Dazu hat er drei verschiedene Vorschläge ausgearbeitet, so dass sich die Zahlen von möglichen einzusetzenden Personen zwischen 30 und 3000 bewegen (Missions Network News). Die burundische Regierung hat sich bisher nur positiv zur Zusammenarbeit 20 unbewaffneten Polizeiexperten bereit erklärt, lehnt jedoch eine größere UN-Präsenz ab (SABC News).

Lokale Medienvertreter berichten außerdem von Hassparolen, die während der Gemeinschaftsarbeit die jeden Samstag stattfindet, geäußert wurden. So sollen junge Männer frei übersetzt gesungen haben, "Schwängert die Gegner, damit sie Imbonerakure gebären" (SOS Media Burundi).

Darüber hinaus rücken Rebellengruppen, die sich gegen die Regierungspartei formiert haben, immer mehr in den Fokus. In Burundis Nachbarstaat, der Demokratischen Republik Kongo, sollen nach Medienberichten zufolge Trainings für bewaffnete Gruppen stattfinden. Die ruandische Regierung wird beschuldigt, diese Gruppen zu unterstützen und ihre Einreise nach Burundi über den Kongo zu ermöglichen (rfi Afrique). 

Wanderausstellung Amahoro Burundi


Die neue Wanderausstellung Amahoro Burundi steht zum Ausleihen zur Verfügung.

Die Fotoausstellung gibt auf 15 Roll-ups anhand der Themenfelder Landwirtschaft, Frauen, Gesundheit, Jugend und Kultur Einblicke in Leben und Kultur des ostafrikanischen Landes. Zugleich trägt sie dazu bei, die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi und konkrete Beispiele daraus bekannt zu machen.

Genaue Daten zur Ausstellung, wie etwa benötigte Raumgröße, Reihenfolge und Inhaltsangabe finden Sie hier.

Flyer zur Ausstellung

2. Burundi-Akteurskonferenz

Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand SEZ
Prof. Andreas Mehler (ABI) und Dr. Boniface Mabanza (KASA)
Thomas Hoyer, dwp und Dr. Gérard aus Burundi
v.l.n.r. Austausch mit den Panelisten Barbara Kemper, Joyce M. Muvunyi, Domkapitular Dr. Kühn, Paul Seeger, Prof. Andreas Mehler

Am 3. März fand in Freiburg die 2. Burundi-Akteurskonferenz unter der Leitfrage "Was können wir jetzt tun?" hinsichtlich des burundischen Konflikts statt. Nach einem Burundi-Kaffeeempfang eröffnete Philipp Keil, der Geschäftsführende Vorstand der SEZ, die Konferenz und richte erste Worte u.a. auf Kirundi an das heterogene Publikum.

Daraufhin folgte Dr. Boniface Mabanza, der den Teilnehmenden in den konsekutiven Dialog einführte, d.h. das Zusammentreffen von Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik mit Blick auf eine neue und teilweise herausfordernde Situation in der Partnerschaft durchleuchtete.

Der zweite Teil der Akteurskonferenz hat wissenschaftliche und politische Perspektiven auf die Situation in Burundi vorgestellt. Nachdem Julia Grauvogel verschiedene Forschung(sansätze) präsentiert und erklärt hat, kamen nach anfänglicher Schüchternheit viele interessierte Nachfragen.

Auch der Policy Panel hat nach drei gezielten Fragerunden offen und interessiert einen Dialog mit den Teilnehmenden geführt. Der hochkarätig besetzte Panel, der von Prof. Andreas Mehler moderiert wurde, gab neue Einblicke in politische Entscheidungsprozesse und mögliche Auswirkungen auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Am Folgetag hat ein wissenschaftlicher Workshop stattgefunden, bei dem u.a. die Ergebnisse des ersten Tages in die Analyse miteingeflossen sind. Ein Konferenzbericht wird bald auf unserer Website erscheinen.

Die Konferenz hat in Kooperation mit dem Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung stattgefunden.


Sie möchten mehr erfahren? Dann können Sie gerne dieses Interview zur 2. Burundi-Akteurskonferenz und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit anhören.

Förderung von Projekten der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit durch das Land Baden-Württemberg 2016

Auf Grundlage und zur Förderung der Umsetzung der Ziele der Entwicklungspolitischen Leitlinien werden landesweit Initiativen aufgerufen die Fördermittel des Landes für breitenwirksame Aktivitäten und Maßnahmen in folgenden Feldern zu beantragen:

  • Informations- und Bildungsarbeit zur entwicklungspolitischen Bewusstseinsbildung
  • Vernetzung entwicklungspolitischer Akteure: insbesondere zur Einbindung des Engagements von Migranten und Diasporagemeinschaften
  • Globales Lernen und Studieren
  • Nachhaltiger Konsum, verantwortliche Beschaffung, Fairer Handel und die entwicklungspolitische Verantwortung von Unternehmen
  • Partnerschaftliche Beziehungen mit Menschen in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas

Antragsschluss ist der 30. April 2016

Nähere Infomationen finden Sie hier

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Vermittlungsbesuch in Burundi

Der UNO-Generalsekretär hat vergangenen Montag einen zweitätigen Besuch in Burundi anberaumt, um sich persönlich für die Vermittlung in dem politischen Konflikt einzusetzen. Während seinem Besuch war es nach Angaben der örtlichen Behörden auf dem Land ruhig geblieben, in Bujumbura jedoch ereigneten sich Granatenangriffe, bei denen mindestens eine Person getötet wurde (Neue Zürcher Zeitung).

Nach dem bilateralen Gespräch zwischen Moon und dem burundischen Präsidenten Nkurunziza, sicherte dieser zu, einen umfassenden Dialogprozess einzuleiten, bei dem er sich auch mit der politischen Opposition auseinandersetzen wird.  Außerdem sollen 1200 Gefangene freigelassen werden, diese Zahl würde später vom Präsidialamt nach oben korrigiert, so dass mittlerweile 2000 Gefangene eine Chance auf Freilassung haben (derStandard.at).

Kritische Stimmen aus der lokalen Pressen und der Opposition im Exil beschreiben die mögliche Freilassung als Blendung, da die Festlegung wer aus dem Gefängnis entlassen werden darf, gerade nicht die Insassen des politischen Widerstands betrifft, sondern zivilrechtliche Vergehen in den Vordergrund stellt (IWACU).

CDU-Landtagsfraktion besuchte das Partnerland Burundi

Besuch bei der Kaffeekooperative Mboneramiryango, Foto: SEZ

Auf Initiative von Peter Hauk MdL, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und SEZ-Stiftungsratsmitglied, reiste die AG Entwicklungszusammenarbeit der CDU-Landtagsfraktion vom 8. bis 15. Februar 2015 nach Burundi. Neben politischen Gesprächen standen insbesondere Besuche von partnerschaftlichen Projekten auf dem Programm. Begleitet wurde Hauk von den Abgeordneten Dr. Marianne Engeser, Konrad Epple, Klaus Herrmann und Marcel Schwehr, sowie von der ehemaligen Landtagsvizepräsidentin, Christa Vossschulte, der Ärztin Dr. Evelyn Herz und Steffen Groß, dem für die Partnerschaften mit Burundi zuständigen Mitarbeiter der SEZ. Mehr Informationen zu der Reise erhalten Sie in der kommenden Ausgabe der BW-Burundi Nouvelles.

Partnerschaftsvereinbarung mit Burundi

Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Zur Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und der Republik Burundi unterzeichneten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Laurent Kavakure, Minister für auswärtige Beziehungen und internationale Zusammenarbeit der Republik Burundi, am 16. Mai 2014 eine förmliche Partnerschaftsvereinbarung. Das bisher schon starke Engagement im Land für Burundi soll nun weiter mit Leben gefüllt werden. Eine zentrale Rolle dabei spielt das Partnerschaftszentrum der SEZ. Als Schnitt- und Servicestelle bündelt und koordiniert es die baden-württemberischen Aktivitäten mit Burundi. Das Zentrum greift dabei auf die jahrzehntelangen Erfahrungen der SEZ und ihres großen Burundi-Netzwerkes zurück.

 

Hier gelangen Sie über die Webseite des Staatsministeriums

zur Pressemitteilung vom 16. Mai 2014

zur Partnerschaftserklärung (deutsch)

zur Partnerschaftserklärung (franzöisch)

 

Letzte Aktualisierung:  02.05.2016Seite drucken | nach oben

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Joyce M.  Muvunyi

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Veröffentlichungen

Die BW-Burundi Nouvelles ist das elektronische Sprachrohr des Kompetenzzentrums Burundi der SEZ. Halbjährlich bietet Sie aktuelle Informationen aus Burundi und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Weitere Informationen